Es ist zwar schon ein paar Tage her, aber heute habe ich endlich die Zeit gefunden, ein paar Worte über die 3 Station meiner diesjährigen Tri-around-the-world-Tour zu schreiben. Nach den beiden Rennen in Sydney (April) und Madrid (Anfang Juni) mit angenehmen Temperaturen um die 30 Grad ging es Mitte Juni für mich nach Kitzbühel.

Und der Wetterbericht lies bereits böses erahnen: Unter 10 Grad und Regen waren für den Wettkampfmorgen angesagt. Wahrlich ungemütliches Wetter für einen Triathlon. Und dazu kam noch die frühe Startzeit um 7:15 Uhr. Ehrlich gesagt, habe ich das erste Mal über meine Idee an der gesamten ITU-Serie teilzunehmen geflucht. Trotzdem wollte ich nicht bloß wegen schlechten Wetters ein Rennen abzusagen und beschloss, an den Start zu gehen. Komme, was wolle.
Ab wann ist es eigentlich zu kalt für einen Triathlon?
Ein Blick auf das Thermometer trieb mir am Wettkampfmorgen bereits den Frost in die Glieder. 7 Grad, dazu Nebel und Regen. Schlimmer konnte ich mir die Bedingungen kaum ausmalen. Dennoch packte ich meine Sachen und machte mich auf zur Wechselzone. Erstmal aber mit Teilen meiner Winterausrüstung: Handschuhe, Armlinge, Windweste – das sind alles Dinge, die ich im Sommer eigentlich nicht mehr tragen wollte.
Dennoch war die Entscheidung richtig. Die Bedingungen waren so ungemütlich, dass der Veranstalter kurzerhand die Olympische Distanz absagte und alle Teilnehmer nur auf der Sprint Distanz starten lies. Auch gut, dachte ich mir. Das bedeutet mindestens eine Stunde weniger zu frieren. Nach dem Bike-Check-in im leichten Regen zog ich mir den Neo an und ging zum Schwimmstart. Unter dem Wettkampfoberteil hatte ich mir eine Plastiktüte geschoben. Ein Profi-Tipp den mir der ehemalige Weltmeister Tim Don vom Specialized Team gab.
Ex-Weltmeister Tim Don empfiehlt Plastiktüten
Gerade wenn man auf kurzen Distanzen wenig Zeit beim Wechseln verlieren will, kann man so den Oberkörper winddicht isolieren und sich auf dem Rad gegen den kalten Fahrtwind schützen. Im Gegensatz zu einer Windweste verliert man so weniger Zeit, weil man die Tüte bereits vor dem Schwimmen in das Oberteil stecken kann. Wird einem dann später auf der Laufstrecke zu warm, kann man die Tüte ja einfach wieder herausziehen und wegschmeißen.
Mit diesem Tipp fühlte ich mich gut gerüstet und ging mit einem guten Gefühl ins Wasser. Leider hielt dieses nicht sehr lange. Nach etwa 200 Metern bekam ich leichte Atemprobleme. Das war eine für mich neue Situation. Bisher hatte ich noch nie Probleme damit, beim Schwimmen meinen Rhythmus zu finden. Trotzdem lag ich an der Wendeboje noch gut in der Zeit. Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigte 6 Minuten nach 350 Metern.
Leider wurde der Rückweg nicht besser und ich verlor eine Minute bis zu Schwimmausstieg. Damit hatte ich mein Schwimmziel leicht verfehlt, kam dafür aber relativ entspannt aus dem Wasser und machte mich auf den Weg in die Wechselzone. Aufgrund der eisigen Temperaturen hatte ich jegliche Ambitionen über Bord geworfen und zog es vor, lieber ein paar warme Sachen anzuziehen, als auf dem Rad einzufrieren. Ein schneller Wechsel sieht anders aus.
Ruhig fahren, schnell laufen
Dementsprechend ging ich die Radstrecke dann sehr defensiv an. Nachdem ich in Sydney und Madrid nicht die Laufleistung abrufen konnte, die ich mir vorgenommen hatte, lag mein Fokus ohnehin auf dem Laufen. Und was soll ich sagen, die Radstrecke war traumhaft. So ganz ohne Druck konnte ich die Landschaft so richtig genießen.
Der zweite Wechsel ging dann gewohnt zügig, obwohl mich die von der Kälte tauben Zehen etwas störten. Nach einem Kilometer waren die Füße wieder aufgetaut und ich hatte meinen Laufrhythmus gefunden. Allerdings waren die Kilometerzeiten etwas langsamer als gewünscht. Nach etwas mehr als 25 Minuten beendete ich die abschließenden 5 Kilometer und war mit dem Ergebnis bei meinem ersten gefühlten Wintertriathlon durchaus zufrieden.
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