Schon wieder wird getapert

15 Aug

Am Wochenende steht mit Lausanne die sechste und vorletzte Station meiner Triathlon-Weltreise an. Auf dem Plan steht eine Sprint Distanz. Dennoch will ich nicht wieder mit müden Beinen anreisen und werde in dieser Woche entsprechend ruhiger machen.

Das nennt man Tapering, also Zuspitzen der Form vor einem Wettkampf. Für mich bedeutet das, Intensität und Umfang reduzieren, um mich für das Rennen am Sonntag ausreichend erholen zu können.

Mein Trainingsplan von meinem Trainer Benja Herrera für diese Woche sieht vor:

Montag: 19:00 Uhr Athletiktraining

Dienstag: 7:00 Uhr 5x5min Laufintervalle (GA2) (Rheinufer) + 20:30 Schwimmtraining (Ossendorfbad – Vereinstraining mit dem KTT01)

Mittwoch: 18:00 Uhr Koppeltraining: 2 Std. Rad GA1 mit 2x20min EB + 5km Laufen (progressiv) am Fühlinger See

Donnerstag: 7:30 Schwimmen im Agrippabad + 19:00 Uhr 2 Std. Rad (GA1)

Freitag: Ruhe

Samstag: Leichte Vorbelastung 10min Laufen + 3 Steigerungen

Sonntag: Wettkampf in Lausanne

Auf den Spuren von Olympia – Dextro Energy Triathlon London

15 Aug

Mit dem Dextro Energy Triathlon in London habe ich bereits die 5 Station meiner Tri-around-the-world-Tour hinter mich gebracht. Und ich muss sagen, das war bisher mein absolutes Highlight 2011.

Zugegeben, die Olympische Distanz rund um den Hyde Park war nicht unbedingt sportlich, dafür aber von der Atmosphäre ein Hammer Erlebnis. Gemeinsam mit rund 4.000 auserwählten Agegruppern durfte ich die Olympia Strecke von 2012 testen.

Aber der Reihe nach: Zu Beginn standen 1.500 Meter im Serpentine an. Der Serpentine ist streng genommen ein Entenweiher mitten im Hyde Park. Und genauso roch es auch. Sogar beim Schwimmen. Entsprechend motiviert kraulte ich in knapp 26 Minuten durchs Wasser und verließ, wie gewohnt, mit den vorderen 10 Prozent meiner Startgruppe das Wasser.

Die sich daran anschließende, lange Wechselzone verließ ich nach 4 weiteren Minuten. Es folgte der Höhepunkt des Triathlons: Vier Runden Radfahren durch London, mit Blick auf Big Ben, vorbei am Buckingham Palace und rund um den Hyde Park. Traumhaft, aber leider auch sehr windig. Merke: Manchmal macht das Material eben doch einen Unterschied.

Ein geliehenes Rennrad ohne Aerobars ist bei Gegenwind deutlich langsamer als mein sitzpositionsoptimiertes Zeitrad. Trotzdem vielen Dank an Specialized. Ohne Euch wäre ich ganz ohne Rad dagestanden. Jedenfalls sind 1:19 Stunden nicht überragend, sondern klingen verdächtig nach einer Stadtrundfahrt mit Zeitnahme. Dennoch waren die Beine zu Beginn der Laufstrecke recht müde.

Dank meines gesteigerten Laufpensums in den letzten Wochen fand ich aber schnell meinen Laufrhythmus. Diesmal war ich gefühlt etwas langsamer unterwegs als noch in Hamburg. Laut Pulsuhr durchschnittlich 5 Schläge, aber tatsächlich war ich sogar 3 Minuten schneller im Ziel und ich blieb sogar erstmals im Wettkampf unter 50 Minuten. Auch das bestätigt, dass es mit meiner Laufform langsam aufwärts geht.

Mit einer Gesamtzeit von 2:41 Stunden war London aus sportlicher Sicht kein Höhepunkt, aber dafür war die Atmosphäre auf der Olympiastrecke unbeschreiblich und auf jeden Fall eine Triathlon-Reise wert. Und auch die bereits für die Olympischen Spiele 2012 qualifizierten deutschen Profi-Athleten Jan Frodeno, Steffen Justus und Anja Dittmer können sich aufs nächste Jahr freuen.

Pinocchio Nase

15 Aug

In der vorletzten,  2,5 km langen Laufrunde um den See im Hyde Park (Serpentine Lake), entdeckte ich ein weißes Gummiband auf dem Boden. Eines von den Bändern das zeigt, wie viele Runden wir schon hinter uns oder eben noch vor uns haben, um ins Ziel einlaufen zu dürfen. Mein Handgelenk zierten gerade mal zwei Bänder und während ich das am Boden liegende weiße Band mit schweren Schritten hinter mich lies,  kam mir der Gedanke, ob es wirklich Triathleten gibt die sich dieses weiße Band geschnappt hätten um mit neuer Bestzeit zu glänzen? Letztendlich ist es doch ein Betrug an sich selbst und ein Missbrauch an den Leuten, die im Ziel mitfieberten und die Verständnis für die anstrengende Trainingszeit aufbrachten. Früher wünschte ich mir mal die Pinocchio Nase für alle Menschen aber heute frage ich mich, was bringt das schon? Zu wissen, dass jemand lügt ist doch nur ein Teil im großen Ganzen. Na klar, man kann dann demjenigen sagen: „Ich habe aber gesehen wie du dich nach dem weißen Band gebückt hast“. Aber was, wenn derjenige es nicht zugibt und sich feige versteckt?

Es ist egal, wo, was und warum jemand lügt. Es ist immer die Entscheidung des Menschen, wie weit er  den Betrug  in seinem Leben verantworten kann.
Von dem mal abgesehen glaube ich ganz fest daran, dass alles im Leben was wir Gutes oder Schlechtes tun, irgendwann zu uns zurück kommt…
Und während ich so über das weiße Band nachdachte, drückte mir ein Helfer ein rotes Gummiband in die Hand, was bedeutete: Noch eine Runde und dann habe ich den letzten Triathlon in 2011 gefinisht. Als ich am blauen Teppich vorbei trabte richtet die Elite um Brownlee schon ihre Wechselzone ein. „Eine Runde hab ich noch Jungs, dann könnt ihr los“ rief ich lautlos in die Runde der Triathleten.  Mir war nach meiner DNF in Berlin klar, dass ich dieses Jahr nichts mehr aufholen werde. Ich habe mich eindeutig überschätzt. Realistisch wäre mein Plan, 15 min schneller zu werden, gewesen, wenn ich in Köln in meiner gewohnten Trainingsgruppe um die Macher des Cologne Triathlon Weekend geblieben wäre. In Berlin war alles neu und fühlte sich eben nicht vertraut an. Wie viel Kraft es mich teilweise kostete, alleine zu trainieren, hatte ich unterschätzt. Aber ich habe meinen Frieden damit gefunden, dass es so gelaufen ist, wie es eben lief. Einfach nicht gut und zum Schluss war mir nur wichtig, die geplanten Starts in der ITU Serie zu vollenden und mit einem Lächeln über den blauen Teppich zur Finisherline zu laufen.

Das habe ich wenigstens geschafft. In Sydney, Hamburg und London. Mein sportlicher Begleiter Jörg, wird die ITU Serie komplett mitmachen und in Peking beenden. Dafür wünsche ich ihm ganz viel Erfolg. Auch möchte ich mich bei allen bedanken, die dieses Projekt begleitet haben. Nächstes Jahr stehe ich sicher wieder irgendwo am Start. Aber jetzt wird erstmal durchgeatmet und zur Abwechslung ganz andere Aktivitäten gesucht. Gestern ging es schon los. Segeln im Wannsee. Total schön, so ohne Wind mitten auf dem See :-)

Wintertriathlon in Kitzbühel

25 Jul

Es ist zwar schon ein paar Tage her, aber heute habe ich endlich die Zeit gefunden, ein paar Worte über die 3 Station meiner diesjährigen Tri-around-the-world-Tour zu schreiben. Nach den beiden Rennen in Sydney (April) und Madrid (Anfang Juni) mit angenehmen Temperaturen um die 30 Grad ging es Mitte Juni für mich nach Kitzbühel.

Und der Wetterbericht lies bereits böses erahnen: Unter 10 Grad und Regen waren für den Wettkampfmorgen angesagt. Wahrlich ungemütliches Wetter für einen Triathlon. Und dazu kam noch die frühe Startzeit um 7:15 Uhr. Ehrlich gesagt, habe ich das erste Mal über meine Idee an der gesamten ITU-Serie teilzunehmen geflucht. Trotzdem wollte ich nicht bloß wegen schlechten Wetters ein Rennen abzusagen und beschloss, an den Start zu gehen. Komme, was wolle.

Ab wann ist es eigentlich zu kalt für einen Triathlon?

Ein Blick auf das Thermometer trieb mir am Wettkampfmorgen bereits den Frost in die Glieder. 7 Grad, dazu Nebel und Regen. Schlimmer konnte ich mir die Bedingungen kaum ausmalen. Dennoch packte ich meine Sachen und machte mich auf zur Wechselzone. Erstmal aber mit Teilen meiner Winterausrüstung: Handschuhe, Armlinge, Windweste – das sind alles Dinge, die ich im Sommer eigentlich nicht mehr tragen wollte.

Dennoch war die Entscheidung richtig. Die Bedingungen waren so ungemütlich, dass der Veranstalter kurzerhand die Olympische Distanz absagte und alle Teilnehmer nur auf der Sprint Distanz starten lies. Auch gut, dachte ich mir. Das bedeutet mindestens eine Stunde weniger zu frieren. Nach dem Bike-Check-in im leichten Regen zog ich mir den Neo an und ging zum Schwimmstart. Unter dem Wettkampfoberteil hatte ich mir eine Plastiktüte geschoben. Ein Profi-Tipp den mir der ehemalige Weltmeister Tim Don vom Specialized Team gab.

Ex-Weltmeister Tim Don empfiehlt Plastiktüten

Gerade wenn man auf kurzen Distanzen wenig Zeit beim Wechseln verlieren will, kann man so den Oberkörper winddicht isolieren und sich auf dem Rad gegen den kalten Fahrtwind schützen. Im Gegensatz zu einer Windweste verliert man so weniger Zeit, weil man die Tüte bereits vor dem Schwimmen in das Oberteil stecken kann. Wird einem dann später auf der Laufstrecke zu warm, kann  man die Tüte ja einfach wieder herausziehen und wegschmeißen.

Mit diesem Tipp fühlte ich mich gut gerüstet und ging mit einem guten Gefühl ins Wasser. Leider hielt dieses nicht sehr lange. Nach etwa 200 Metern bekam ich leichte Atemprobleme. Das war eine für mich neue Situation. Bisher hatte ich noch nie Probleme damit, beim Schwimmen meinen Rhythmus zu finden. Trotzdem lag ich an der Wendeboje noch gut in der Zeit. Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigte 6 Minuten nach 350 Metern.

Leider wurde der Rückweg nicht besser und ich verlor eine Minute bis zu Schwimmausstieg. Damit hatte ich mein Schwimmziel leicht verfehlt, kam dafür aber relativ entspannt aus dem Wasser und machte mich auf den Weg in die Wechselzone. Aufgrund der eisigen Temperaturen hatte ich jegliche Ambitionen über Bord geworfen und zog es vor, lieber ein paar warme Sachen anzuziehen, als auf dem Rad einzufrieren. Ein schneller Wechsel sieht anders aus.

Ruhig fahren, schnell laufen

Dementsprechend ging ich die Radstrecke dann sehr defensiv an. Nachdem ich in Sydney und Madrid nicht die Laufleistung abrufen konnte, die ich mir vorgenommen hatte, lag mein Fokus ohnehin auf dem Laufen. Und was soll ich sagen, die Radstrecke war traumhaft. So ganz ohne Druck konnte ich die Landschaft so richtig genießen.

Der zweite Wechsel ging dann gewohnt zügig, obwohl mich die von der Kälte tauben Zehen etwas störten. Nach einem Kilometer waren die Füße wieder aufgetaut und ich hatte meinen Laufrhythmus gefunden. Allerdings waren die Kilometerzeiten etwas langsamer als gewünscht. Nach etwas mehr als 25 Minuten beendete ich die abschließenden 5 Kilometer und war mit dem Ergebnis bei meinem ersten gefühlten Wintertriathlon durchaus zufrieden.

Ausgebuht

18 Jul

….oder sollte der Eintrag heißen: Der Geist ist willig aber die Hüfte schwach?

Der Arzt meinte, ich habe zwei unterschiedlich lange Beine und durch viel Belastung wie beim Radtraining und Laufen, bekomme ich dann so etwas wie ein Tennisarm im Bein. Seit Wochen bin ich in Behandlung und es wurde nicht wirklich besser. Ich wollte das nicht annehmen und habe mich trotzig am 19.6 in den Berlin Triathlon geworfen. Die Quittung bekam ich nach 9 km Radfahren. Nichts ging mehr! Mutlos und voller Scham musste ich absteigen und wie schriebt Max Goldt in  „ Die Radiotrinkerin“ : „Ungeduscht, geduzt und ausgebuht fuhr ich in einer überfüllten U-Bahn weh nach Hause“

Besser kann man den Gemütszustand, in dem ich mich nach dem ersten DNF (Dit not finish) nicht beschreiben. Von mir selbst ausgebuht verkroch ich mich ins Bett, um nach einigen Stunden wütend die Bettdecke auf die Seite zu werfen, aufzustehen um nach einer Lösung des Tennisbeines zu suchen.

Wie geht es weiter mit meinem Triathlon Starts in Hamburg und London? Es gibt eine Alternative die sich gut anfühlte. In Hamburg wollte ich mich auf die Sprintdistanz ummelden. 500 m Schwimmen,  22 km Rad und danach 5 Km Laufen, schaffe ich auch mit Schmerzen. Und so war diese Entscheidung gefallen. Aber das war ja nur ein Kompromiss aber noch nicht die Heilung.

Und wie so oft in meinem Leben kam die Hilfe aus einer Ecke, in der ich sie nie gesucht hätte. Beim Besuch meiner Heimat, Oberstaufen. Dort lernte ich auf dem Marktfest Uwe Danner kennen. Gegen Mitternacht erzählte ich jedem der es nicht hören wollte, dass ich am nächsten Morgen auf den Hochgrat, das ist unser Hausberg auf 1800m, gehen wollte. Meine Oberstaufner Freunde waren sich einig, dass ich diesen Aufstieg sicher nicht mache, denn immerhin war es inzwischen schon kurz vor 1 Uhr. Der einzige der daran glaubte und bereit war mich zu begleiten hieß Uwe. Und so kam es, dass ich mit einem Fremden den Berg bestieg.
Das war eine Fügung. Uwe erzählte mir von seiner Arbeit und von der Dorn Therapie.
Ich kann nicht sehr viel über die Behandlung sagen, denn es würde den Rahmen sprengen. Auf jeden Fall fand ich vor meiner Abreise noch Zeit in die Praxis von Uwe zu gehen. Eine Stunde und ich war beschwerdefrei. Der Schmerz war weg. Komplett!
Uwe gab mir ein paar Übungen, die ich Zuhause weiter machen sollte. Jeden Morgen wenn ich aus dem Bett sprang, wartete ich auf den Schmerz. Aber er war weg.

Bis zu dem Tag als ich dann wieder auf das Rennrad stieg. Da war er wieder. Nicht so schlimm aber deutlich spürbar. Ich blieb bei der Entscheidung in Hamburg die Sprintdistanz zu machen. Und von daher stand ich am Samstag in Hamburg an der Binnenalster am Start.
Ich war eine der wenigen die ohne Neopren ins Wasser ging. Ok, die Alster hatte 19 Grad aber ich dachte mir, der Neo lohnt nicht bei 500m. Brauche doch viel zu lange bis ich den wieder ausgezogen habe….Zähne zusammenbeißen und ab dafür. Ich tröstete mich mit dem Vorteil, dass mich in der Alster sicher keine Bull Sharks  anknabbern werden.
Diesmal freute ich mich besonders auf das Radfahren. Die Firma,  Specialized hat mir ein schickes Rennrad und Benno zur Verfügung gestellt. Ein „Rundum – Sorglos – Packet“ für das ich mich noch mal ganz herzlich bedanken möchte.
Die Radstrecke war richtig toll. Schöne Ausblicke zum Hamburger Hafen. Nach den 22 km hatte ich etwas Sorge. Was kommt jetzt? Wird der bekannte Schmerz wieder da sein?
Nein, alles ruhig und so lief ich die 5 km bis zum blauen Teppich der mich zur Finisherline führte.

Noch wollte ich mich nicht zu sehr freuen. Der Tag danach wird es zeigen. Und er zeigte nichts. :-) Keine Schmerzen, alles gut.

Nun trainiere ich in dieser Woche wieder ganz normal und wenn in der nächsten Woche alles schmerzfrei bleibt, werde ich in London zum Abschluss meiner Triathlon Saison auf jeden Fall auf der Olympischen Distanz starten. Und auch da werde wir von Benno und dem  Team von Specialized Rennräder zur Verfügung gestellt bekommen!

Benno hilft!

Daumen druecken.

17 Jun

Es soll am Sonntag etwas kälter werden und auch regnen. Mir gefällt das. Auch wenn mir als „dunkler Typ“ immer nachgesagt wird, dass ich Sonne gut vertrage, ist dem nicht so.

Aber eigentlich steht der Start beim Berlin Triathlon auf wackeligen Beinen. Vor einigen Wochen hatte ich auf einmal ziehende Schmerzen in der Leistengegend und ging zum Arzt. Er verschrieb mir manuelle Therapie und Moorpackungen. So radele ich also 2 mal die Woche zum Potsdamer Platz, werde von Frank eingerenkt und später darf ich mich bei gefühlten 30 Grad noch in die Moorpackung legen. Das Gute: Der Schmerz geht langsam. Das nicht so Gute: Der Start am Sonntag beim Berlin Triathlon steht und fällt mit dem morgendlichen Befinden der Gelenke.

Gerade der Triathlon in meiner neuen Heimat wollte ich unbedingt machen, kann ich doch aus beruflichen Gründen beim Cologne Triathlon Weekend im September nicht dabei sein.
Der Berlin Triathlon ist wie für mich gemacht, da es ein superflacher Kurs und das Windschattenfahren  erlaubt ist . Wir werden zwei mal um die Insel der Jugend schwimmen. Dann gibt es den Radrundkurs, der 9 mal über die Neue Krugalle und Köpenicker Landstraße führt und von daher sehr zuschauerfreundlich ist. Zum Abschluss laufen wir dann noch die 10 km durch den Treptower Park.

Morgen werden die Startunterlagen an der Bulgarischen Straße abgeholt und dann heißt es Daumen drücken, dass der Start am Sonntag gelingt.

Aber wie steht es schon in der neuen Active Life?  „Ehrgeizig ist sie trotzdem nicht …“

Ok, das werden wir am Sonntag sehen :-)

PS: zum Vergrößern einfach auf das Foto klicken.

Triathlon Ole – der zweite Akt in Madrid

14 Jun

Die Brownlee-Brüder Alistair und Jonathan haben bei der Dextro Energy Triathlon ITU WCS in Madrid das Elite Rennen der Herren souverän gewonnen. Bei den Damen sicherte sich die Kanadierin Paula Findlay den zweiten Saisonsieg. Während die ganze Triathlon-Welt auf die Leistungen der Triathlon-Profis schaut, mühen sich fast unbemerkt hunderte Hobbytriathleten ebenfalls ins Ziel.

Seit diesem Jahr können nämlich erstmals Agegrouper an der ITU-Serie teilnehmen. Nach dem Vorbild des Hamburg Triathlons findet im Rahmen eines jeden ITU-Weltmeisterschaftsrennens auch ein Jedermann-Rennen statt. Dabei können sich Agegrouper aus allen Ländern für die Jedermann-WM in Peking qualifizieren. Diese findet zum Saisonabschluss im September statt.

Mit dabei war auch netzathleten-Redakteur Jörg Birkel, der sich vorgenommen hat, als Agegrouper an der gesamten ITU-Serie teilzunehmen. Nach dem Saisonauftakt in Sydney war das bereits der zweite Start des Sportjournalisten. Das ist erst seit diesem Jahr möglich.

„Mit dem 101. Platz auf der Sprintdistanz habe ich mein bisher bestes Ergebnis erzielt. Trotz Neoverbot wechselte ich nach einem schnellen Schwimmsplit (13min auf 750m) als einer der ersten auf die Radstrecke.

Bedingt durch den hügeligen Kurs im Casa del Campo Park konnte ich die für mich überraschende Windschattenfreigabe aber nicht nutzen, sondern musste das Rennen alleine angehen. Da der Kurs für mich neu war, bin ich die erste von drei Runden sehr konservativ angegangen und habe das Tempo progressiv gesteigert.

Beim abschließenden Laufsplit konnte ich die angestrebte Pace dann aber nicht ganz realisieren und blieb etwas unter meinen Möglichkeiten. Vermutlich habe ich wieder beim Radfahren etwas überzockt. Mit der Gesamtzeit von 1:26:24 für 750m Schwimmen, 23km Radfahren und 5km Laufen bin ich aber durchweg zufrieden.“

Nur wer bereit zu Aufbruch ist…

3 Jun

mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Wir kennen uns  über 20 Jahren. Unser Kennenlernen fand in Bochum bei der Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule statt. Eine Begegnung die wieder einige Seiten füllen würde und ich sie auch nicht ohne Absprach mit Nina hier posten möchte.
Wir trennten uns ohne Telefonnummern auszutauschen. Wir dachten nicht, dass wir uns noch mal wieder sehen würden. Sie lebte in Köln und ich damals in München.
Aber das Leben wollte es anders….
Jahre später trafen wir uns an einer Supermarktkasse in der Kölner Südstadt und staunten nicht schlecht: Wir waren Nachbarn! Sie lud mich am selben Abend in ihre Vorstellung „Rocky Horror Picture“ Show , in der sie die Janet spielte.
Manche Dinge vergisst man einfach nicht!

So viele Jahre sind seitdem vergangen. Wir haben freundschaftlich einige Höhen und Tiefen begleitet und kennen uns wirklich gut. Ist es nicht schön, dass in einer so gewachsenen Freundschaft auf einmal ein Aufbruch stattfindet?! Nina war jahrelang diejenige die herzhaft gähnte, wenn es um sportliche Aktivitäten ging. Das höchste der Gefühle war, dass sie mich bei einem Triathlon in Köln anfeuerte.
Vor einiger Zeit fragte ich sie, ob sie es sich vorstellen könnte ein Triathlon Projekt in Köln zu unterstützen. Eigentlich habe ich mit einem klaren “Nein” gerechnet. Doch es war ihre Zeit. Sie wollte Aufbruch und jetzt ist sie mittendrin. Sie rennt, sie radelt, sie schwitzt und hat gestern eine große Hürde, das Freiwasserschwimmen, erfolgreich bezwungen.
So gerne würde ich in Köln sein um einige Trainingseinheiten mit Nina zu bestreiten. In Gedanken bin ich bei ihr und freu mich auf unseren ersten gemeinsamen Wettkampf im September beim Cologne Triathlon Weekend
Aber auch hier in Berlin ist Aufbruchstimmung.
Auch ich war gestern nicht untätig. Am Vatertag, packte ich meine kleine Rennmaschine und fuhr zum Grunewald weiter zur Pfaueninsel bis ich in Potsdam ankam. Leider hatte ich vergessen den Akku der Kamera zu laden und kann die traumhafte Fahrt nur mit  einem Bild dokumentieren.

Es geht voran! Der Druck ist weg. Wie viel Respekt hatte ich vor Sydney? Vor den Haien? Vor dem Jetlag? Vor dem Alleinsein? Es war alles anders. Es war nicht so, wie ich es mir vorgestellt haben. Nicht besser, nicht schlechter,  einfach einzigartig.

Das habe ich alleine geschafft!
Mit dieser Referenz gehe ich nun den nächsten Wettkampf dem Berlin Triathlon, am 19. Juni.
Denn genau darum geht es. Grenzen erweitern! Nicht stehen bleiben in dem was wir kennen und was sich gewöhnlich anfühlt. Es lohnt sich aufzustehen und auch etwas zu tun, was “anders und ungelenk” ist. Nicht ängstlich sein vor dem nächsten Schritt. Einfach gehen!

Es wird belohnt!  Und schon wieder passt mein Motto: Einfach leben!

“Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.” (aus dem Gedicht “Stufen” im Glasperlenspiel – Hermann Hesse)

Berlin – Alles auf Anfang

4 Mai

“Niemals geht man so ganz” (Trude Herr) und mit diesem Gedanken packte ich nach einer großartigen Zeit in Australien und Bali meinen Rollkoffer und Rucksack um wieder zurück nach Deutschland zu fahren.  Viel ist geschehen in den letzten Wochen. Vorbereitungen für einen beruflichen Aufenthalt in Australien wurden besprochen, Entscheidungen getroffen und mit der beim Sydney Triathlon gewonnen Kraft stelle ich mich wieder auf die Startlinie für den geplanten Neuanfang der nun in Berlin weiter geht. Und es fängt gut an. Beim öffnen der Post bekam ich meine vorläufigen Prüfungsergebnisse für die Fiction Producer Weiterbildung und ich bin sehr zufrieden.
Auch die ersten Trainingseinheiten für den Berlin Triathlon am 19. Juni wurden am Wochenende bei strahlendem Sonnenschein mit dem Rad unternommen. Nächste Woche wird mir endlich mein 50er Roller aus Köln geliefert und ich bin schon gespannt wo sich die Berliner Triathleten für ihre Freiwassereinheiten treffen.  Ein wenig fehlt mir hier die sportliche Anbindung, so wie ich sie in Köln lange Zeit hatte.
Aber auch die traurigen Gedanken müssen ihren Platz haben. Es ist schwierig mich immer wieder auf´s neue zum Training zu motivieren. Die Disziplin alleine auf die Trainingsstrecken zu gehen,  ist anstrengend.
Alles auf Anfang hier in Berlin.
Aber das wollte ich ja auch.  Das war meine Entscheidung und gestern Abend als ich über die fehlende Anbindung in Berlin nachdachte,  las ich im Internet einen Artikel. Es ist mir nicht neu was da drinne stand, aber diese Seite öffnete sich gerade im richtigen Augenblick und schenkte mir Mut.
Hier ein kurzer Ausschnitt aus “Macht der Gedanken”
Ohne Durchhaltevermögen gehen Sie nirgendwohin. Die Verwirklichung Ihrer Ziele wird durch Ihre Entschlossenheit konsequent sorgfältig vorbereiteten Plänen zu folgen und eigene Selbstzweifel überwinden zu können garantiert. Verschwenden Sie keine Zeit mit Sorgen, Zukunftsängsten und Selbstzweifeln. Vergessen Sie nie: Erfolgreiche Menschen sind immer entschlussfreudig, sogar wenn es um kleine und scheinbar unbedeutende Dinge geht. Und erfolglose Menschen sind wankelmütig, zögernd und brauchen ewig um sich zu entscheiden.
Wenn Sie den Entschluss fassen etwas zu tun, aber anschließend gar nicht anfangen oder Ihnen auf halber Strecke die Puste ausgeht, hätten Sie genausogut gar keine Entscheidung treffen können – es hätte keinen Unterschied gemacht. Wenn Sie sich etwas vornehmen oder ein Ziel setzen OHNE sich kontinuierlich anzustrengen es zu erreichen, ist es als hätten Sie gar nichts unternommen.
Und auch Ben Schneider  hatte vor kurzem etwas schönes auf seiner Facebook Seite gepostet: Der Weg ist das Ziel und Disziplin beginnt im Kopf geht über den Körper in die Seele.
Mit diesem Gedanken verabschiede ich mich für heute und lasse ein paar Impressionen meiner Reise hier. Für alle die bei Facebook vernetzt sind und sich für mehr Fotos interessieren. Dort ist  ein öffentlich Album mit dem Titel Australien und Bali 2011 online.


Tschüss Inn :-) Inn sagte: ” Wir sehen uns sicher wieder!”

Angekommen in Sydney

11 Apr

….und dann lief ich über die Finisherline meines erstens Triathlons in dieser Saison 2011. Der erste Triathlon im Ausland und dann noch am anderen Ende der Welt.
Ein unglaublich gutes Gefühl. Jörg war natürlich schon lange vor mir im Ziel und wollte mich herzlich begrüßen. Doch ich brauchte ein paar Minuten für mich alleine. Stellte mich an die Seite und dann konnte ich meine Gefühle nicht mehr kontrollieren. Freudentränen liefen mir über die Wangen. Mein Traum ist Realität geworden. Ich bin angekommen und das nicht nur beim Triathlon, sondern auch bei mir. Ich erinnere mich daran, dass ich dieses Gefühl schon mal hatte. Bei meiner ersten großen Theaterrolle im Stadttheater Ingolstadt. Auch da lief ich nach der Premiere in eine dunkle Ecke und brauchte ein paar Minuten für mich.

Was war das für ein anstrengendes Rennen?! Unglaublich! Wie steil diese langgezogenen Hügel von Sydney sind, war mir nicht klar. Die Radstrecke konnte ich davor nie abfahren, da sie direkt über die Harbour Bridge ging und die Laufstrecke habe ich deutlich unterschätzt. Die Endzeit ist mir nicht wichtig da ich weiß, an was ich bis zum nächsten Wettkampf am 19. Juni in Berlin arbeiten kann und werde.

Am Wettkampftag war ich nicht mehr sonderlich nervös sondern neugierig auf das, was da kommt. Mit dem Neoprenanzug bis zu den Hüften hochgezogen beobachtete ich die verschiedenen Startergruppen, für die im Abstand von 3 Minuten das Startsignal ertönte. 40 min nach den ersten Schwimmern kam dann meine Startergruppe AK 40 bis 44 dran. Muss ich noch erwähnen, dass ich in der Wartezeit Johanna kennen lernte?
Sie ist 44, kommt aus Canberra und hatte sich gestern spontan entschlossen beim Triathlon mitzumachen. Ich bewunderte die Lockerheit mit der sie ihre erste Olympische Distanz anging. Respekt.

Auf dem Weg ins Wasser hört ich auf einmal meinen Namen rufen. Und da war sie, meine neue australische Freundin Inn mit ihrem Mann Andreas.

Sie sind so früh aufgestanden um mir Glück zu wünschen und mich bis ins Ziel zu begleiten. Großartig! Mit dem Wissen dieses Supports schwamm es sich für mich wunderbar leicht. Ich genoss wirklich jeden Zug im Wasser. Und ab und an beim atmen konnte ich das Opernhaus sehen, das von den ersten Sonnenstrahlen in eine warmes Licht getaucht wurde.

Die Radstrecke war wirklich sehr hart für mich. Da ich die Schaltung des geliehenen Rades nicht kannte, kroch ich die erste Steigung hoch und verlor einiges an Energie. Aber bei den Abfahrten konnte ich nicht anders als „Yehaaa!!!“ schreien. Ein Triathlon Kollege hinter mir, antwortete mit dem gleichen Ruf und meinte noch „ You make a good job!“ als er mich beim nächsten Anstieg mühelos überholte. :-)

Na ja, zum Glück hat er mich dann nicht mehr auf der Laufstrecke gesehen. Auch da gab es einiges zu besteigen. Und irgendwann bei Kilometer 7 hörte ich wieder meinen Namen rufen. Johanna, die zierliche Australierin kämpfte sich an mir vorbei und wir sahen uns einen Moment glücklich an, klatschten uns ab und ich lies sie ziehen. Auf den letzten Kilometern kamen auf einmal alte Geschichten in meinem Kopf. Gedanken über Vergangenes und ich fühlte, dass das alles gut ist, so wie es jetzt ist.

Mein Ausstieg in der „Lindenstraße“ und mein Neuanfang als Filmemacherin wurde mit diesem Triathlon für mich besiegelt.

Mir geht es verdammt gut hier in Australien. Aber wie sagte meine Oma schon immer so schön: „Vergiss niemals die Heimat wo deine Wiege stand, du findest in der Fremde kein zweites Heimatland“
Und von daher habe ich extra meine Oberstaufen Jacke mit nach Australien genommen um meiner Heimat einen Gruß zu senden.